Dr. Gerhard Klafs

Erinnerungen zum System der Natur- und Landschaftsschutzgebiete

Als ich nach Greifswald kam, ging es dort vor allem darum, am System der Naturschutzgebiete weiterzubauen. Wir gingen nicht nach den vorgesehenen Typen vor, sondern haben alle Anregungen aufgenommen, die von ehrenamtlichen Leuten kamen oder die uns zur Unterstützung brauchten, wenn sie selbst einen Antrag bei ihrem Rat des Kreises einreichen wollten. Dann haben wir uns da reingehängt und die Vorschläge beurteilt. Kraft unserer Institution und unserer Titel war es etwas leichter, bei den Räten der Kreise Anträge auf Naturschutzgebiete durchzubringen. Etwas später ging das mit den Landschaftsschutzgebieten im Bezirk Rostock weiter. Die großen Landschaftsschutzgebiete Usedom, Ost-Rügen, Darß-Zingst und so weiter haben wir nach und nach mit Hilfe der Bezirksnaturschutzbeauftragten und der Büros für Territorialplanung auf den Weg gebracht.

Die Naturschutzgebiete sind ja dann auch ganz gut beschrieben worden in diesem ersten Handbuch der Naturschutzgebiete, das für jeden der damaligen Zweigstellenbereiche gemacht worden ist.

Die Landschaftsschutzgebiete sind im Grunde genommen leider nie so richtig publik gemacht worden. Daher sind die Schwierigkeiten, sie naturschutzgerecht zu behandeln, auch nie ausgeräumt worden. Wir haben in unserer Zeitschrift Naturschutzarbeit in Mecklenburg manchmal ziemlich offen über diese Frage geschrieben, zum Beispiel im Artikel „Wie steht es um den Müritz-Seen-Park?“. Da gab es sogar Bestrebungen, daraus einen Nationalpark zu machen. Der ist aber abgeblockt worden und es gab nur das Landschaftsschutzgebiet Müritz-Seen-Park mit allen den Schwächen, die diese Unterschutzstellungen hatten.

Wir haben versucht, ein bisschen Ordnung in die Erholungslandschaften zu bringen. Das gelang uns manchmal, je nachdem, an wen man beim Rat des Bezirkes geriet – in Rostock vielleicht noch besser als in Neubrandenburg, dem Bezirk mit der industriemäßigen Agrarproduktion. Wir waren damals sehr glücklich, dass wir die Landschaftsschutzgebiete im Bezirk Rostock durchgebracht haben. Da hatten wir im Rat des Bezirkes Leute, die ein bisschen Gefühl dafür hatten. Aber das hängt natürlich auch damit zusammen, dass die Schwierigkeiten in den Erholungslandschaften im Küstenbezirk Rostock größer waren als im Binnenland. In Rostock merkten die, dass ein bisschen mehr Ordnung versucht werden musste. Die Konstruktion mit einem Landschaftsschutzgebiet kam ihnen also durchaus gelegen, ohne dass das nun Wunder gewirkt hätte.

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